5. Wanderung von der Frommer Alm über die Haniger Schwaige nach St. Zyprian

Wir hatten gestern ja unseren Liftpass „3 in 7“ gekauft. Wir hatten so innerhalb einer Woche 3 Tage alle Lifte der Region frei.

Am 2. Lifttag fuhren wir deshalb von Welschnofen aus Richtung Kölner Hütte über den Niger Pass zur Frommer Alm (2 Lifte). Von dort starteten wir unsere Wanderung zur Haniger Schwaige. Wir waren die Tour ja schon im letzten Jahr gegangen und hatten sie in bester Erinnerung behalten.

Da wir relativ zeitig gestartet waren, waren wir am Anfang der Tour noch ziemlich einsam unterwegs, was ja aber ein Vorteil ist, weil man da die schönen Plätze immer für sich hat.

Das Panorama der Rosengartenwand begleitete uns die ganze Zeit und man wusste wieder nicht, welche Fotos man machen sollte und was man festhalten wollte. Auch die Wiesen mit ihren Blüten und Pflanzen sind einzigartig.

Kurz vor der Haniger Schwaige erreicht man die Angelwiese, im Rücken der Vajolet – Türme. Dort gibt es einen schönen Rastplatz mit einzigartigem Blick auf die Almwiesen mit ihren Kühen, den Zirben und dem ständigen „bimmeln“ der Kuhglocken.

Während wir dort pausierten, sah ich auf einmal eine Gams, die quer über die Wiese Richtung Vajolet-Türme den Hang hinauf sprang. Im ersten Moment hielt ich es für ein Reh, aber die eigenartige Form der Hörner und ein markanter dunkler Streifen auf dem Rücken identifizierten die Gams eindeutig.

Da wir sehr zeitig unterwegs waren, hatten wir auch keinen Hunger, um die sensationellen Bratkartoffeln zu probieren. Wir wanderten durch die Alm hindurch und beschlossen, nicht, wie im letzten Jahr, auf die Niger – Straße abzusteigen, das waren doch am Ende auf der Straße 3 langatmige Bergan Kilometer zur Seilbahn hoch, und auch nicht wie ursprünglich geplant zurück zu gehen, sondern nach St. Zyprian zur Tierser Seilbahn abzusteigen. Der Weg war lang, aber wir hatten ja Zeit und es ging permanent bergab (insgesamt 1100m). Wir kamen wieder durch herrliche Almen und Wälder, es war ein unbeschreiblich schöner Weg.

Wir entdeckten wieder richtig viele Edelweiß, Bergastern und andere Blumen. Am Rande des Abstiegs kamen wir an der Schöpflin Alm vorbei, wo wir kurz einkehrten, Marillenkuchen aßen und Minze-Schorle und Cappuccino tranken. Eine gemütliche Familienalm mit absolut ungewöhnlich humanen Preisen!

Auf der Straße über dem Nigerpass, kurz vor St.Zyprian, teilten wir uns. Constanze ging die Straße und ich nahm den Jägersteig durch den Wald, den wir ja auf dem Weg zum rechten Leger schon einmal genommen hatten.

Leider war dort die Ausschilderung nicht unbedingt vorteilhaft. An einer Stelle ging es in 3 Richtungen zum Rundweg nach St. Zyprian und ich wählte mit Bedacht die Variante, die unterhalb der Seilbahn in den Ort (oder wohin auch immer) führte.

Ich hatte deshalb, als ich die Seilbahnstation sah, ungefähr 20m Hang zu überwinden, der mit Himbeergestrüpp, Disteln und Brombeeren überwuchert war. Zurückgehen als Option schloss ich aus, und nahm die Herausforderung an. Das Hochklettern erwies sich als deutlich anstrengender, als es von unten aussah und ich war durch und „fix und fertig“, als ich auf dem Parkplatz der Seilbahn ankam.

Wir hatten dann 10 Minuten Zeit, zum Erholen, bis die nächste Bahn kam. Die Tierser Seilbahn ist eine „Cabrio“ Bahn, das heißt, man kann in der Kabine bzw. oben auf dem Dach der Kabine mitfahren. Constanze fuhr oben, ich war froh, in der Kabine eine Sitzbank gefunden zu haben.

Die Seilbahn führt wieder hoch auf den Nigerpass, zur ersten Station der Seilbahn von Welschnofen zur Kölner Hütte. Wir stiegen aus und fuhren, dank des Liftpasses, noch hoch zur „Laurin – Longe“ unterhalb der Kölner Hütte. Hier gab es herrliche Bratkartoffeln mit Speck und Spiegelei und den unvergleichlichen Blick auf die Rosengartenwand und hinüber zum Latemar.

Hinter der Hütte überquerte gerade eine große Gruppe die Rosengartenwand aus Richtung der Rotwandhütte. Obwohl sie Helme mithatten, kamen sie alle vollkommen ungesichert, keinerlei Klettergurte oder Helme auf dem Kopf den Berg herabgeklettert. Das hätte ich nicht gedacht, dass der Klettersteig so einfach ist!

Nach dem gemütlichen Abendessen fuhren wir die 3 Etappen hinunter nach Welschnofen und fuhren mit unserem Auto nach Hause.

Am Abend war dann noch ein Konzert der „Seltsamen Senfsamen“ in Obereggen. Das ist eine Brassband, die Blues und Jazzstücke spielt. Am beeindruckendsten war die Tuba! So ein Teil hatte ich überhaupt noch nicht gesehen!