D. Vierte Etappe Tour Vinschgau Churburg Schluderns

Bereits auf der Hinfahrt zum Reschensee war uns die Burganlage in Schluderns aufgefallen. Auf der Rückfahrt fuhren wir den steilen Weg hinauf zur Burg, der sicherlich früher einmal für Kutschen angelegt war, keinesfalls für Autos.

Oben angekommen gingen wir die letzten Meter zu Fuß in die Burganlage hinein, kamen aber nicht weiter, da die Besichtigung nur mit Führung möglich war. Ich leistete mir eine Führung und Constanze wollte die knappe Stunde warten. (Das es am Ende fast 90 Minuten wurden, konnten wir nicht wissen.) Die Burg ist heute noch im Besitz der Grafen von Trapp, die sie als „Sommerresidenz“ nutzen. Sonst leben sie wohl in Innsbruck.

Schon das Wappen der Trapps zeigte die Großtrappe als Wappenvogel und mehrere Standbilder dieses Großvogels befanden sich dann auch im Schloß.

Das Schloss zeigte im ersten Stock den Stammbaum der Trapps, als Rundummalung in der Decke des Laubengangs. Mehrere Zimmer waren zu besichtigen, darunter eines, in dem einer der Grafen mit seinem Pilgermantel ausgestellt war (geschnitztes Standbid von ca. 1500 und der älteste in Europa komplett erhaltene Pilgermantel). Der Graf muss wohl 2 mal nach Jerusalem gepilgert sein.

Ebenso wurde eine Faksimile Seite einer Gutenbergbibel ausgestellt, die sich heute noch im Besitz der Familie befindet, aus Sicherheitsgründen aber in Wien eingelagert ist.

Das Bild des Schloßjägers, der als erster im Auftrag des Grafen den Ortler bestiegen hat war auch im Schl0ßhof ausgestellt.

Die Rüstkammer soll wohl die größte private Rüstkammer Europas sein und beinhaltete wirklich viele Rüstungen, Armbrüste etc.

Die Schußwaffen wurden angeblich 1809 im Kampf gegen Napoleon an die Bevölkerung ausgegeben und von denen nicht zurück gebracht, so dass da überhaupt keine vorhanden waren.

Die größte Rüstung hat einem Grafen gehört, der wohl 2,10m groß war. Im Vergleich dazu sahen die „normalen“ Rüstungen wir für Kinder aus. (Auch da waren einige Exemplare da.)

In der Rüstkammer konnte ich auch einen gepanzerten Handschuh anziehen und war überrascht, wie flexibel er war. Man merkte eigentlich gar nicht, dass Metallplatten außen aufgebracht waren. Er fühlte sich an wie ein Lederhandschuh.

Bemerkenswert war noch eine Jakobskapelle mit einer Jakobsstatue.

Viele Details, die eine Führung lebendig machen, sind so nicht wiedergebbar, aber wer Interesse hat, dem sei die Churburg wirklich echt empfohlen! Die Zeit verging wie im Fluge.

Übrigens ist der Berg auf dem Foto mit dem Turm links, der Ortler, angeblich der beste Blick des Schlosses!